Die Welpendiät - oder wie nimmt Frau in 14 Tagen 3 Kilos ab

 

Wohlwissend, dass wir einen kleinen Terroristen im Gepäck hatten, brachten wir diese Ladung Dynamit nach Hause.

 

Doch dass diese Ladung, zu jeder Minute höchst explosiv sein könnte, daran hatten wir bei aller Welpeneuphorie nicht gedacht.

 

Jack stürmte in unser Leben, wie ein Hurricane durch eine Stadt. Die Welpenpfoten eben erst über die Türschwelle gesetzt, tapsig und rotzfrech, verbellte er größenwahnsinnig unsere weltallerbeste Frau Hund. Erwischte alles und jeden, löcherte, fraß, zerstörte und war niemals auch nur eine Minute nicht in Ärger.

 

Ganz ehrlich? Ich dachte mir nur: "Oh mein Gott, was hast du da nach Hause gebracht! Brandy wird dich für immer hassen!"

 

Und prompt wurde mir schlecht, mein Magen krampfte und ich war der Überzeugung, Jack sei vom Teufel geschickt worden! Achtung Ironie! Träumt man doch so schön vom lieben, netten, schmusigen Kuschelwelpen und bekommt einen kleinen, unleidlichen, rotweiß gefleckten Satansbraten.

Unser Wunschhund war mir im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen geschlagen. Die Pfunde purzelten sozusagen von ganz alleine.

 

Verantwortung übernehmen für einen süßen kleinen Teufel, durchhalten, auch wenn man im Angesicht von Welpenterror, dem Fleckenzwerg oftmals hätten den Hals umdrehen wollen.

 

Nicht zu vergessen die schlaflosen Nächte. Ein Welpe ist nicht viel anders, als ein hungriges Menschenkind. Das Hundchen soll ja stubenrein werden, also bei Wind und Wetter nachts alle 2-3 Stunden raus in den Garten. Begriffen hatte er ziemlich schnell und nach 5 Wochen wurde er zuverlässig sauber.

 

Ein kleiner Setter entdeckt die Welt. Entzückend zu beobachten, aber man braucht gute Nerven. So manches mal waren sie sehr dünn, denn man konnte Jack wirklich nicht für 3 Sekunden aus den Augen lassen.

 

Unser Garten...ein riesiger Abenteuerspielplatz voller   Gefahren und manch unbekömmlicher Pflanze. Das gerade diese Pflanzen Jacks Aufmerksamkeit erregten, brauche ich wohl nicht laut zu erwähnen?! Steinchen, Blumen, Unkraut, ja er klaute sogar die Stangenbohnen und rannte triumphierend mit den Ranken vor Brandys Nase hin und her.

 

Ach und in den Gartenteich kann man übrigens prima kopfüber reinfallen und sich von Frauchen retten lassen. So manches Lachen entlockte er uns mit seiner fröhlichen, frechen Art. Bei so viel Blödsinn, zeigte er bereits als Welpe vorrausschauendes Verhalten.

 

Er buddelte  vorsorglich sein eigenes Grab in meine Kräuterspirale. Was für ein kluges Kerlchen...heheeee.

 

Er war ein Welpe, den man vor sich selbst schützen musste. So kam es, dass wir uns bald einen Kennel anschafften, um Herrn Hund und uns,  mehr Ruhe zu gönnen.


Dann die Momente des Glückes, erste kleine Fortschritte...ja, man wird optimistischer, gepackt vom Ehrgeiz, dieses Hundekind auf dem Weg zu einem stolzen Setterrüden zu begleiten.

 

Bei der Erziehung, eigene Fehler machen dürfen und nicht die anderer ausbügeln, wie einst bei Brandy als Rescuesetter. Die Chance haben, von klein auf, die richtigen Weichen zu stellen.

 

So manch lustige, wenn auch teilweise gefährliche Aktionen von Jack pflastern unseren Weg. Nein, Langeweile kommt bei diesem Fleckerlteppich niemals auf. Immer auf der Hut und immer hinterher sein.

 

Naja, die volle Kontrolle hat man leider nie. Spätestens wenn es zu ruhig wird, geh ich lieber nachsehen und wenn man ganz genau horcht, hört man irgendwo eine Stimme, die wieder einmal mehr schreit: "Das kann ja wohl nicht wahr sein!"

 

OHHHHHH doch...mehr dazu unter"Warum Frau in Sauerkraut Schätze findet"

 

PS: Die Gewichtsabnahme war leider nicht von langer Dauer! Und so im Nachhinein betrachtet, ja ich glaube, ich hatte in den ersten Wochen mit Jack, sowas wie "Welpenbettdepressionen". Hihihiii, ja das Wort gefällt mir, lach !